Wie verarbeiten Künstler*innen Erinnerungen und Erinnerungsprozesse in ihren Arbeiten im darstellenden Kunstbereich und wie können Theater, Tanz, Performance und andere darstellende Künste als transformative Werkzeuge im Umgang mit der Vergangenheit genutzt werden? Wie gelingt es, traumatische Erfahrungen und historische Traumata zu bearbeiten, ohne sie zu vereinnahmen oder vereinfacht darzustellen? Und wie können künstlerische Werke als Akt des Widerstands gegen das Vergessen und das Verdrängen von Geschichte verstanden werden? Das Panel bringt Künstler*innen zusammen, deren Arbeiten eine Vielstimmigkeit von Erinnerung erfahrbar machen. Dabei stellt sich die Frage nach der Aktualität und Gestalt widerständiger Kunst. Wie kann sich Kunst aktiv in aktuelle politische und soziale Debatten einschreiben und wie können die darstellenden Künste als Plattform für soziale Gerechtigkeit und als Ausdruck von Solidarität dienen? Kann die darstellende Kunst ein Instrument des Widerstands und der Veränderung sein und welche Verantwortung können Künstler*innen in Zeiten multipler gesellschaftlicher Krisen tragen?
Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache
in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung.

© Marta Gillner
The music of composer and soundartist Wojtek Blecharz often redefines the traditional concert format and proposes different relations between the listener/viewer and the sound. His music involves site specific projects, participatory audience, elements of music and instrumental theater as well as immersion and embodiment of sound. Blecharz had been curating the Instalakcje music festival at Warsaw between 2012-2019. Blecharz has directed three of his opera-installations: Transcryptum (2013, Grand Theater National Opera Warsaw); Park-Opera (2016, Theater Powszechny Warsaw) and Body-Opera, Huddersfield Contemporary Music Festival (2016).
Nuran David Calis arbeitet als Regisseur an zahlreichen deutschsprachigen Opern- und Theaterhäusern in Hamburg, Berlin, Köln, Leipzig, Basel und Wien und als Theater- und Drehbuchautor. Er gilt als Experte für dokumentarische Theaterformate mit politischen Schwerpunkten und inszenierte u. a. „Die Lücke. Ein Stück Keupstraße“, bei dem Zeugen des NSU-Nagelbombenanschlags von 2004 auf der Bühne des Schauspiel Köln zu Wort kamen. Weitere Projekte über den NSU- Komplex waren „NSU2.0“ am Schauspiel Frankfurt und „438 Tage NSU-Prozess“ beim Kunstfest Weimar.

© Jele Pavić
Vala T. Foltyn, performance artist, queer witch, art researcher, founder of Lamella the house of queer arts in Poland. She graduated with a Master of Fine Arts in Artistic Research at Malmö Art Academy in June 2022. Foltyn was an artist in residency at Art Hub Copenhagen and published a book “Szwedzka 8” in 2024. She exhibited and performed at Tallinn Art Hall, Fondazione Giuliani in Rome, Zachęta Gallery, Galeria Miejska Arsenał, “Parliament of Bodies” by Paul Preciado at Bergen Assembly and Museum of Modern Art in Warsaw. She currently lives in Copenhagen.
https://valafoltyn.cargo.site
Leon Kahane, geboren in Berlin, absolvierte eine Fotografie-Ausbildung an der BEST-Sabel Berufsfachschule für Design und an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin und studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin. Seine konzeptuellen Videoarbeiten, Fotografien und Installationen setzen sich mit Migration und Identitäten in einer globalisierten Gesellschaft, mit marginalisierten Gruppen und Institutions- und Kulturkritik sowie der eigenen Biografie und Familiengeschichte auseinander. Seine Werke werden international ausgestellt und sind mehrfach ausgezeichnet worden.

© Jenny Schäfer
Vanessa Amoah Opoku ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die Geschichte, Digitalität und marginalisierte Erzählungen durch gemischte Realitäten erforscht. Sie nutzt Kunst, Wissenschaft und Technologie, um herkömmliche Vorstellungen von Innovation und Zukunftsvisionen in Frage zu stellen. Ihre primären künstlerischen Werkzeuge umfassen 3D-Scans, Video, Skulptur, Performance und Klang.
Beata Anna Schmutz, geboren 1975 in Danzig, ist Regisseurin und Dramaturgin mit Schwerpunkt auf gesellschaftlichen Themen, feministischen Perspektiven und partizipativen Formaten. Nach ihrem Studium in Gdańsk und Heidelberg gründete sie 2005 die Performancegruppe RAMPIG. Seit 2018 leitet sie das Mannheimer Stadtensemble am Nationaltheater Mannheim und entwickelt partizipative Projekte, die Tabus und marginalisierte Geschichten sichtbar machen. Seit 2016 ist sie im Vorstand der Dramaturgischen Gesellschaft und engagiert sich für neue Erzählweisen und experimentelle Theaterformen.
Harald Wolff ist designierter Chefdramaturg Schauspiel des Staatstheaters Nürnberg, war langjähriger Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft und von 2022-2024 Betriebsdirektor der Akademie für Theater und Digitalität. Davor hat er als Chefdramaturg und Dramaturg in verschiedenen Städten in Deutschland und der Schweiz an Staats-, Stadt- und Landestheatern und in der Freien Szene gearbeitet und war von 2020-2022 Mitglied des Leitungsteams der Münchner Kammerspiele. Er war u.a. regelmäßiges Jury-Mitglied des Kleist-Förderpreises für junge Dramatik und Gastdozent an der Zürcher Hochschule der Künste in der Schweiz.