Wer schreibt Geschichte, wer erinnert wie woran? Bedeutet Erinnern nicht immer auch Einsortierung, Distanzierung und Wertung? Seit Jahrzehnten wächst das multidirektionale Unbehagen an den vergangenheitsbezogenen Praktiken der Deutungshoheit. Immer wieder wird auf kritische, dekonstruktive und künstlerische Weise mit geronnenen erinnerungskulturellen Ritualen der Mehrheitsgesellschaft umgegangen: Denkmäler werden zu (Counter)Memorials, Museen zu performativen Formaten, Archive zu beteiligungsoffenen Plattformen. Künstlerische Arbeit setzt neue Impulse für Archivierung und (Re)Präsentation und hat so das Potential eines Türöffners für die Transformation von Erinnerungskultur.
In Kooperation mit dem ITI – Internationales Theaterinstitut Deutschland.

© Studio Schramm Berlin
Nuray Demir ist Künstlerin*Kuratorin. Ihre Praxis ist von einem forschenden und transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet. Seit 2016 hält sie Vorträge und Lehrveranstaltungen. Sie kuratierte Performative Festivals wie DAS[neue]WIR – Die Kunst und ihre Institutionen werden uns allen gehören in der Bundeskunsthalle, Bonn (2023), House of Self-Defence am HAU Hebbel am Ufer, Berlin (2023), Veranstaltungsreihen wie MEMORY CARE in District Berlin (2020) und Hamamness im Rahmen der Wiener Festwochen 2017. Im Frühjahr 2024 gab sie die Performative Publikation „The Words of the Arty Class“ mit heraus. Zudem realisiert sie seit 2018 gemeinsam mit Michael Annoff das künstlerische Forschungsprojekt „Kein schöner Archiv“ in Berlin u.a. in Zusammenarbeit mit: Haus der Kulturen der Welt, KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, HAU Hebbel am Ufer und TA T Tieranatomischen Theater entfaltet.

© Anja Schneider
Mike Dele Dittrich Frydetzki studierte angewandte Kultur- und Theaterwissenschaft in Hildesheim, Gießen und Warschau. Seit April 2022 forscht Mike im Rahmen einer Promotion zu (nicht-)konsensualen Kommunikationsweisen in Probenprozessen anhand der Arbeit der Intimitätskoordination an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Dr. Melanie Hinz. Dey war takecare- und takeheart-Stipendiat*in des Bündnis internationaler Produktionshäuser. In 2023 inszenierte Mike IN ZUNGEN: HEX*EN HAUFEN KONSENS mit Die Soziale Fiktion (HELLERAU/Lofft – Das Theater) und war Teil des internationalen Bündnisses „Breaking the Spell“. Zuletzt entstanden Solo-Performances am internationalen Produktionshaus Viernulvier in Gent, Belgien („Tongue Code“) und in HELLERAU & Komuna Warszawa, Polen („Weak Resistance“). In 2024 entstand das Hörspiel „Kontaktanzeigen – Queere Generationendialoge in Ostdeutschland“ gemeinsam mit Judith Geffert und Jule Gorke im Rahmen von „Freispiel“ im Deutschlandfunk Kultur.

@privat
Miriam Ibrahim ist Regisseurin, Kuratorin und Dramaturgin und Kunst(Raum)schaffende.Sie besuchte die Stage School in Hamburg, studierte Afrikanistik und Äthopistik an der Universität Hamburg sowie Theaterwissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie an der FU Berlin. Sie war am Stella Adler Studio in NYC, wo sie auch die Arts Company „The Share Of Gray“ (später Label Gray) gründete. Sie arbeitete als feste Dramaturgin am Theater Oberhausen und Schauspielhaus Zürich. Seit 2019 arbeitet sie als freie Regisseurin. Sie inszenierte u.a. am Staatstheater Augsburg (KLANG DES REGENS), am Schauspiel Hannover (1000 SERPENTINEN ANGST; LEYLA.FRAGMENTE), Theater Dortmund (ADAS RAUM) und am Residenztheater in München (BLUES IN SCHWARZ WEISS). Zur Spielzeiteröffnung 2024/2025 inszenierte sie eine Überschreibung von Schillers Jungfrau von Orleans von Julienne de Murier JOHANN*A. STELL DIR VOR ES IST KRIEG, UND (K)EINE*R GEHT HIN am Landestheater Marburg, im April zeigt sie am Theater Münster MAY LANDSCHAFTEN mit Texten von Penda Diouf. Miriam Ibrahim lebt in Hamburg und leitet den Salon Ebony, ein Schwarzes Theaternetzwerk, das in Kooperationen neue Formate im deutschsprachigen Raum für und mit Schwarzen Theaterschaffenden schafft.

@ Nico Scagliarini
Dan Thy Nguyen ist freier Theaterregisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Sänger in Hamburg. Er arbeitete an diversen Produktionen u.a. In Ballhaus Naunynstraße, auf Kampnagel, dem Mousonturm Frankfurt, dem MDR und an der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. 2014 entwickelte und produzierte er das Theaterstück „Sonnenblumenhaus“ über das Pogrom von Rostock -Lichtenhagen, welches 2015 in seiner Hörspielversion die „Hörnixe“ gewonnen hat und bis heute noch an diversen Institutionen gespielt wird. Seit 2020 leitet er mit seiner Produktionsfirma Studio Marshmallow das Hamburger Festival „fluctoplasma – 96h Kunst Diskurs Diversität“ und er ist stellvertretender Vorstand der LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg. 2021 erhielt er den Deutschen Hörspielpreis für seine schauspielerische Leistung. 2022 veröffentlichte er u.a. seinen Gedichtsband „Über Wasser und Tote“ in der edition neje tieden.