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programm
11:00–13:00 Staatstheater Nürnberg/XRT
Podiumsdiskussion

Welche Herausforderungen resultieren aus dem Erstarken rechter und rechtsextremer Strömungen für das konkrete Kunstschaffen im Osten Deutschlands und welche Strategien der Solidarität und Wehrhaftigkeit sind denkbar? Mit Aljoscha Begrich, Kornelius Luther, Iwona Uberman. Moderation Esther Holland-Merten

Theatre Under Pressure. Herausforderungen von Theaterarbeit angesichts rechter Bedrohungen

In einer Zeit, in der rechte und rassistische Strömungen wieder zurück auf der politischen Tanzfläche sind, stehen viele Theaterhäuser in Deutschland in direkter Konfrontation mit den rechten Akteur*innen. Wie reagieren Bühnen, die sich mit Themen wie Rassismus, Antisemitismus und rechten Ideologien auseinandersetzen, auf Einschüchterungen und Angriffe von rechts? Welche Herausforderungen entstehen, wenn Theatermacher*innen und Ensembles direkt Ziel von Bedrohungen oder Hetze werden, während sie versuchen, gegen die Präsenz rechter Gewalt und Diskriminierung zu arbeiten? Wie gehen Theater mit diesen konkreten Bedrohungen um und können trotzdem gleichzeitig ihre Aufgabe als gesellschaftliche Instanz der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart wahrnehmen? Und wie können Theater als Räume des Dialogs und des Widerstands gegen die zunehmende Rechte in der Gesellschaft fungieren, wenn ihre Mitarbeitenden in permanenter Angst um ihre körperliche und seelische Unversehrtheit sind. Mit den Gäst*innen sprechen wir über die Realität, mit der sie in ihrer Arbeit konfrontiert sind sowie über mögliche Formen des Widerstands und der Solidarität innerhalb und außerhalb der Theaterhäuser.

Aljoscha Begrich, geboren in Bernburg, aufgewachsen im ländlichen Raum der DDR, bevor er 1989 nach Berlin kam. Sein Interesse für außergewöhnliche Formen und Probleme des Alltags führten ihn seit 2010 zur Zusammenarbeit mit Rimini Protokoll. Zwischen 2014 und 2019 Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin, wo er den interdisziplinären Berliner Herbstsalon betreute. Er interessiert sich für expanded theatre und realisierte unter anderem Projekte im öffentlichen Raum in Chisinau, Tehran und Buenos Aires. Wiederholte Zusammenarbeit mit raumlaborberlin. Zwischen 2019 und 2022 Dramaturg bei der Ruhrtriennale. Seit 2024 Leitung des internationalen Forums der Berliner Festspiele mit Sima Djabar Zadegan. Mitbegründer des Festival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen, was er 2022 und 2024 künstlerisch mitleitete.

© Theater Plauen Zwickau

Kornelius Luther, geb. Friz, arbeitete zuletzt als Dramaturg für Schauspiel und Figurentheater am Anhaltischen Theater Dessau. Dort betreute er unter anderem Produktionen unter der Regie von Katrin Plötner, Christian Franke und Christian v. Treskow. Er studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis, Theater und Literatur (B. A.) an der Universität Hildesheim und Theaterwissenschaft transkulturell (M. A.) an der Universität Leipzig. Von 2015 bis 2019 war Luther als freier Theaterkritiker und Kulturjournalist tätig, unter anderem für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, nachtkritik.de und die taz. Er hospitierte am Schauspiel Leipzig unter Claudia Bauer, arbeitete im Audience Development des LOFFT – DAS THEATER in Leipzig sowie als Gastdozent an der Stiftung Universät Hildesheim und in der Redaktion von Aktion Sühnezeichen e. V. Längere Auslandsaufenthalte führten ihn nach Buenos Aires, Argentinien und Málaga, Spanien. Seit der Spielzeit 2024/25 ist Kornelius Luther als leitender Schauspieldramaturg am Theater Plauen-Zwickau engagiert.

privat

Dr. Iwona Uberman ist Theaterwissenschaftlerin und promovierte über „Auschwitz im Theater der ‚Peinlichkeit‘. George Taboris Holocaust-Stücke […]“ an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sie ist Übersetzerin ins Polnische mit dem Schwerpunkt Theater (u. a. Sasha Marianna Salzmann, Oliver Kluck, Felicia Zeller, Ulrike Syha, Lukas Bärfuss, Lukas Linder, Miroslava Svolikova, Ewald Palmetshofer, Henriette Dushe, Caren Jeß, Ewe Benbenek), Mitarbeiterin der Zeitschrift „Dialog“ und Theaterkritikerin für die polnische Fachzeitschrift „Teatr“. Darüber hinaus schreibt sie über polnisches Theater für nachtkritik.de und die taz. Sie ist Mitglied von Drama Panorama, Forum für Übersetzung und Theater e. V., Webseite: www.kulturtransfer.eu

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