Wie kann abseits von Tagespolitik gesellschaftliche Realität erzählt werden? Wie kann das Theater rechte Gewalt, rassistische Ausgrenzung und migrantische Lebensrealität fassen, ohne ästhetisierend oder naturalistisch zu werden? In „an grenzen“ kontrastiert Özlem Özgül Dündar die Materialität migrantischer Körper, die brutale Konkretheit physischer Ausbeutung und rechter Gewalt mit einer geduldig insistierenden Sprache, geprägt von einer fast zärtlichen Sehnsucht danach, wahrzunehmen und wahrgenommen zu werden und eine echte Begegnung zu ermöglichen.
„an grenzen. ein monolog für beliebig viele stimmen“ von Özlem Özgül Dündar, UA: 14.03.2025 Hessisches Staatstheater Wiesbaden (Regie: Ayșe Güvendiren), Ursendung als Hörspiel: 08.06.2024 WDR 3, Regie: Claudia Johanna Leist
In Kooperation mit dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage.

© Dincer Gücyeter
Özlem Özgül Dündar, 1983 in Solingen geboren, ist Autorin, Performerin, Herausgeberin und Übersetzerin. Für ihr Stück „Jardin d’Istanbul“ wurde sie 2015 mit dem Retzhofer Dramapreis ausgezeichnet. Sie erhielt den Kelag-Preis in Klagenfurt und das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2018. Ihr Gedichtband „gedanken zerren“ erschien 2018 beim Elif Verlag. Ihr Stück „türken, feuer“ war in der Produktion des WDR Hörspiel des Jahres 2020. 2023 wurde ihr Monolog „mädchenschrift“ mit dem Kaas & Kappes-Preis ausgezeichnet.
Sophie Steinbeck, geboren 1994 in Zürich, studierte Sprachkunst in Wien und Dramaturgie in Leipzig. Sie arbeitet als freie Autorin und in den Bühnenkollektiven saft – feministisches Theater- und Performancekollektiv und Rohe Eier 3000. Seit der Spielzeit 24/25 arbeitet sie als Dramaturgin am Staatstheater Wiesbaden.

© Karin Gerdes
Maren Zindel studierte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Theater und Literatur in Hildesheim. Seit 2002 ist sie Lektorin und mittlerweile auch stellvertretende Leiterin im Rowohlt Theater Verlag. Seit 2018 ist sie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Bühnen- und Medienverlage.