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17:00–18:30 Staatstheater Nürnberg/XRT
Gespräch

Drei Stimmen, eine Haltung und ein Ziel: NSU-Tribunale, neue Gedenkkulturen und der Kampf gegen Rassismus – wie Erinnerungspolitik zum Werkzeug für Veränderung wird. Mit Chana Dischereit-Freundlich, Akim Gubara und Ibrahim Arslan.

Von Statist*innen zu Akteur*innen. Strategien politischen Erinnerns

Drei unterschiedliche Menschen beleuchten den gemeinsamen aktivistischen Weg des Erinnerns. Ihre Wege kreuzten sich auf den Tribunalen über den NSU-Komplex, die an verschiedenen Kultureinrichtungen zur Aufklärung über (anti-muslimischen-, Gadje-, anti-Schwarzen-, anti-jüdischen) Rassismus und über deutsche Geschichte aus Perspektive von Minderheiten, beitrugen. Sie denken die Form des Erinnerns immer wieder neu und schaffen damit Orientierung für politische Widerstandskämpfe.

Chana Dischereit-Freundlich studierte in Heidelberg und Berlin. Nach dem Master in Zukunftsforschung wurde sie Referentin beim Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg. Sie war im kuratorischen Komitee des Tribunals „NSU-Komplex auflösen“ und war 2017 in Köln, 2018 in Mannheim und 2022 in Nürnberg dabei. Sie ist Mitherausgeberin
und Fotografin des Buchs „Romno Chabpen: Ein Blick in die Küche der Sinti und Roma Europas“ (2020) und veröffentlichte 2024 die Video-Installation „Deutsches Judentum ist eine Packung Matzemehl“ in einer Münchner Galerie. 2025 wird sie erneut u.a. im Jüdischen Museum München gezeigt.

Akim Gubara ist Beiratsmitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und engagiert sich in vielfältigen Projekten. Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der dekolonialen Stadtarbeit, die er durch Stadt- und Museumsführungen sowie u.a. der Kunstausstellung „Raubkunst an der Noris“ gestaltet hat. Er wirkt aktiv am Aufbau der Black Community mit, war Mitorganisator des NSU-Tribunal in Nürnberg, engagiert sich in Kampagnen gegen rassistische Polizeigewalt und ist als Speaker und Moderator tätig. Nebenbei studiert er Philosophie und Literatur.

Ibrahim Arslan überlebte die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, bei denen seine Großmutter, Schwester und Cousine ums Leben kamen. Als Politischer Bildner engagiert er sich gegen Rassismus, insbesondere in Schulen und auf Konferenzen. Mit der „Möllner Rede im Exil“ schuf er eine neue Gedenkkultur, die Betroffene ins Zentrum rückt. Für sein Engagement wurde er u. a. mit dem Menschenrechtspreis der Stiftung „Pro Asyl“ und dem Sonderpreis des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ ausgezeichnet.

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