Eine Liebesgeschichte zwischen zwei jüdischen Jugendlichen in Amsterdam. Eine Geschichte der Vertreibung aus Deutschland. Eine Geschichte über die Verschleppung nach Auschwitz. Eine Geschichte über den Todesmarsch und über den Tod im Arbeitslager. Wie wird man einem Schicksal gerecht, dessen Härte man nicht ermessen kann? Mit welchen darstellerischen Mitteln erinnern wir uns in Würde? Welche Musik verdient die Historie? Darf man überhaupt über den Holocaust schreiben? Für ihre Oper arbeiten Anno Schreier und Joscha Schaback an den Wunden der Vergangenheit und zugleich an einer lebendigen, ja mitunter humorvollen Gegenwart ihrer Protagonisten.
In Kooperation mit dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage.
Anno Schreier, 1979 in Aachen geboren, entwickelt eine musikalische Sprache, in der sich viele musikalische Stilistiken verbinden. Er studierte Komposition in Düsseldorf, London und München. Seit 2008 unterrichtet er Musiktheorie in Karlsruhe. Seine Opern wurden z. B. am Opernhaus Zürich, dem Theater an der Wien und der Deutschen Oper am Rhein aufgeführt, u. a. inszeniert von Christof Loy oder David Hermann; zuletzt setzte Jens-Daniel Herzog die Oper „Turing“ am Staatstheater Nürnberg in Szene. Großen Raum nehmen Werke für junges Publikum ein, so der Songzyklus „Wunderland“ oder die Balladenmärchenminioper „Mina oder Die Reise zum Meer“. Schreier hat darüber hinaus Vokalwerke, Stücke für Orchester und Kammermusik geschrieben. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. 2017 den Deutschen Musikautorenpreis.
Joscha Schaback studierte Germanistik, Theater- und Musikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und Regie an der HfS Ernst Busch. Seine erste Stelle trat er 2002 als Musiktheaterpädagoge an der RuhrTriennale unter Gerard Mortier an. Danach arbeite te er als Musiktheaterdramaturg am Theater Kiel und an den Bühnen in Heidelberg und Karlsruhe als Operndirektor. Schaback leitet die Promotion für die Bühnenabteilung des Schott Verlags. Seine Rezensionen, Essays und Fachbeiträge erschienen im „Tagesspiegel“, „Theater der Zeit“, „Die Opernwelt“, „Die deutsche Bühne“ und im „Merkur“. Er schreibt Libretti, Kinderkonzerte und übersetzt fürs Musiktheater. Seine Erzählungen erschienen 2023 und 2024 im Brot und Kunst Verlag.