Rechte Netzwerke nutzen soziale Medien und Algorithmen als effiziente Werkzeuge, um eine rassistische, antifeministische, LGBTQIA+-feindliche Politik durchzusetzen und den gesamtgesellschaftlichen Diskurs Schritt für Schritt nach rechts zu verschieben. Mithilfe von Social Media konnten sie die AfD als mächtigen parlamentarischen Arm und als festen Bestandteil unseres Parteiensystems installieren und damit seit vielen Jahren die Kampfrhetorik in konkrete Politik umsetzen, die mittlerweile sogar von Parteien der sog. politischen Mitte aufgegriffen wird. Währenddessen treiben Maskulinisten Jungs und junge Männer immer tiefer in Einsamkeits-, Gewalt- und Blockadeideologien und rekrutieren so auf den sozialen Plattformen den rechten politischen Nachwuchs.
Im Workshop blicken wir aus einer künstlerischen Perspektive auf Social Media als gesellschaftliche Bühne, die einerseits der perfekte Nährboden für verkürzende, emotionalisierende Inhalte und damit zur gezielten Radikalisierung ist, andererseits aber zu den wenigen Räumen gehört, in denen man sich diesen Dynamiken breitenwirksam und zielgruppenspezifisch entgegenstellen kann (und muss). Dafür stellt Caspar Weimann konkrete und zugängliche interventionistische Ansätze vor, die Radikalisierungsdynamiken aktiv durchbrechen können und die übersetzbar sind für die eigene künstlerische Praxis im Kontext einer digitalisierten Wirklichkeit.
